Unsere Musterbrecher-Überzeugung

  • Eine Organisation wird schlank, wenn man verschwenderisch in ihre Menschen investiert.

  • Moderne Führung übt sich meisterhaft im Weglassen klassischer Instrumente.

  • Nichts und niemand verändert sich durch Appelle, Incentives und Druck.

  • Es ist klug, die Logik von Systemen zu verstehen. Weniger klug ist es, nach Schuldigen zu suchen.

  • Musterbrechende Führung konzentriert sich zu 80 Prozent auf die Arbeit am System.

  • Haltungen können sich nur durch Experimente verändern – und nicht durch Projekte.

Über die Inflation der Regelbrecher

Geschrieben von Stefan Kaduk am .

2012_kulisse_kleinWerfen Sie doch bitte einmal einen Blick auf die E-Mail-Newsletter, die Sie wöchentlich erhalten. Fast überall finden sich Geschichten über sogenannte Regelbrecher oder sonstige Verfechter des Andersmachens. Wer nicht mindestens ein Mal pro Tag eine Regel bricht, ist offensichtlich hoffnungslos im Mainstream verfangen. Es reicht bereits aus, eine etwas andere Geschäftsidee zu haben, um als rebellischer Querdenker geadelt zu werden.

Haben wir etwa vergessen, dass Differenzierung schon immer zum Wesen des Marketing gehörte? Dass sich in der Logik unseres Wirtschaftssystems der Erfolg von jeher nach der wahrgenommenen Abweichung vom sonstigen Angebot bemessen hat? Wir erleben momentan einen gnadenlosen Hype um sämtliche Begriffe, die für das Ausbrechen, das Abweichen, das Verlassen, das Beenden oder das Subversive stehen. Was ist geschehen? Sind wir alle Rebellen oder zumindest zu Bewunderern dieser Spezies geworden?

Wie immer lohnt sich ein Blick hinter die Etiketten, in diesem Fall hinter jene des populären Rebellentums, vor allem dann, wenn sie inzwischen zur Dauerwerbefläche geworden sind. Eine interessante Inspiration liefert hier der kanadische Philosoph Joseph Heath in seinem Buch «Nation of Rebels», in dem er die Idee der Gegenkultur - bisweilen polemisch über das Ziel hinausschießend, aber durchaus lesenswert - analysiert: «The idea of counterculture is ultimately based on a mistake. At best, countercultural rebellion is pseudo-rebellion: a set of dramatic gestures that are devoid of any progressive political or economic consequences and that detract from the urgent task of building a more just society. In other words, it is rebellion that provides entertainment for the rebels, and nothing much else.»

Machen wir uns also lieber Gedanken, wie wir jenseits von aufgeregten Gesten die Muster hinter den Mustern besser verstehen und mit sinnvollen Alternativen experimentieren können. So zumindest ist unser Verständnis vom substanziellen Musterbruch ...

© 2006-2016  Kaduk / Osmetz / Wüthrich
Musterbrecher® ist eine eingetragene Wortmarke. Das Musterbrecher-Logo ist eine eingetragene Wort-/Bild-Marke.