Unsere Musterbrecher-Überzeugung

  • Eine Organisation wird schlank, wenn man verschwenderisch in ihre Menschen investiert.

  • Moderne Führung übt sich meisterhaft im Weglassen klassischer Instrumente.

  • Nichts und niemand verändert sich durch Appelle, Incentives und Druck.

  • Es ist klug, die Logik von Systemen zu verstehen. Weniger klug ist es, nach Schuldigen zu suchen.

  • Musterbrechende Führung konzentriert sich zu 80 Prozent auf die Arbeit am System.

  • Haltungen können sich nur durch Experimente verändern – und nicht durch Projekte.

Experiment 100% sinnfrei

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Oft staunt und spöttelt man darüber, mit welch großem Erfolg sich manche Zeitgenossen einer hochgeschraubten Ausdrucksweise bedienen. In einer Konferenz mahnt ein Kollege an, man möge sich in seinen Meinungsäußerungen jedweder Redundanzen enthalten. Reaktion der Zuhörer: Einige lächeln – stolz darauf, verstanden zu haben; andere lächeln ebenfalls, allerdings um ihr Nicht-Verstehen zu kaschieren. Aber immerhin – die Aussage des tadelnden Kollegen hat einen Sinn.

fragezeichenAnders ist es in folgendem Fall, der in der Tageszeitung «Kölnische Rundschau» vom 30. Dezember 2010 nachgelesen werden kann: Ein beim weltweit größten Schokoladenhersteller Barry Callebaut tätiger Manager, zuvor Prokurist bei der von Callebaut übernommenen Stollwerck AG, erhält im Alter von 55 Jahren keine Vertragsverlängerung – wohl auch deswegen, weil er mit den Modernismen des Managements nichts anzufangen weiß. Die Rundschau textet: «Er wird in ein Umfeld geschleudert, in dem sich Manager committen müssen und über Win-Win-Situationen sprechen. Das ist nicht mehr die die Welt des Chefeinkäufers. Einmal stellt er seine Kollegen auf die Probe und erklärt beim Directors`Meeting, er müsse seinen Geschäftsbereich weiter reponsulieren. Die Kollegen nicken zustimmend» – der Manager schüttelt den Kopf; den Begriff hat er soeben erfunden. Hier handelt es sich um eine sinnlose Äußerung – und sie wird billigend zur Kenntnis genommen!

Schlimm, wenn auch in den Chefetagen des Managements die Sprache zu einem Kommunikationsmedium verkommt, das diesen Namen nicht mehr verdient.

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