Unsere Musterbrecher-Überzeugung

  • Eine Organisation wird schlank, wenn man verschwenderisch in ihre Menschen investiert.

  • Moderne Führung übt sich meisterhaft im Weglassen klassischer Instrumente.

  • Nichts und niemand verändert sich durch Appelle, Incentives und Druck.

  • Es ist klug, die Logik von Systemen zu verstehen. Weniger klug ist es, nach Schuldigen zu suchen.

  • Musterbrechende Führung konzentriert sich zu 80 Prozent auf die Arbeit am System.

  • Haltungen können sich nur durch Experimente verändern – und nicht durch Projekte.

Gesprächsmuster (1): Über Städte

Geschrieben von Stefan Kaduk am .

Wie an früherer Stelle am Beispiel des rationalen Extrempendlers ausgeführt, treten in businessnahen Smalltalks bemerkenswerte Muster hervor. So gelangt man mit 100%iger Wahrscheinlichkeit früher oder später auch zur Bewertung der Attraktivität von Städten. Und auch hier erkennen wir ein bemerkenswertes Muster: Subjektive Einschätzungen werden rationalisiert und (vermeintlich) objektiv begründet. Folgende Bausteine gehören zu den Klassikern:

Über die Vorzüge kleinerer Städte

  • «Viel besser als Großstädte. Überschaubar und familiärer, aber auch groß genug, dass es alles zu kaufen gibt und man doch nicht jeden kennt.»

Über das Wohnen auf dem Land

  • «Wenn ich wirklich mal ins Theater will, fahre ich eben eine Stunde. Aber wie oft kommt das vor? Und ganz ohne Auto ging es in der Stadt ja auch nicht.»

Über das Wohnen mitten in der Stadt

  • «Wenn ich aus dem Haus gehe, muss ich nur ein Mal umfallen – und habe 20 Bars vor mir.»
  • «Ich gehe auch nicht jeden Tag in eine Ausstellung, aber es tut mir gut zu wissen, dass ich das könnte.»

Basisbewertungsvokabeln

  • unterschätzt / überschätzt
  • ... hat doch sehr an Attraktivität gewonnen / verloren

Einstiegsthemen

  • Mietpreise, Lebenshaltung, Freizeitwert, Anzahl interessanter Unternehmen

Universalfloskel

  • « ... hat sich in den letzten 20 Jahren doch sehr verändert.»

Man ist von dort aus sehr schnell ...

  • in Italien
  • an der Nordsee
  • im Elsass
  • an der Seenplatte
  • am Flughafen

 Über Hamburg

  • Konventionell: «Das Weltmännische merkt man einfach. Hamburg ist immer noch das Tor zur Welt.»
  • Kritisch: «Das dauert schon, bis man Freundschaften schließen kann – aber dann sind es auch wirklich welche.» (siehe auch unten «Über Köln»)

Über Berlin

  • Routiniert: «Mitte war vor zehn Jahren, jetzt wohnen viele wieder in Charlottenburg.»
  • Reflektiert: «Die Vielfalt ist schon beeindruckend. Und die Stadt ist wenigstens noch für Künstler bezahlbar.»

Über München

  • Bundeseinheitlich: «Wunderschön, aber die Mieten sind Wahnsinn, und das Schicki-Micki-Getue nervt.»
  • 1990er: «Letztlich keine Weltstadt, sondern Provinz!»
  • Konsens: «Du bist einfach wahnsinnig schnell in den Bergen.»

Über Köln

  • Bewährt: «Einfach eine ganz andere Kneipenkultur. Da stehen der Müllmann und der Manager nebeneinander an der Theke.»
  • Anschlussklassiker: «Und am nächsten Tag kennen sie dich nicht mehr.» (siehe auch oben «Über Hamburg»)

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